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| Die Apokalyptiker Leben, als gäbe es kein Morgen Die Welt geht vor die Hunde. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die letzten Reste der Menschheit vom Angesicht des Planeten verschwunden sind. Und wenn nicht die alten Fehler werden sich wiederholen. Soviel ist sicher. Es gibt diejenigen, die sauertöpfisch in ihrer Verzweiflung versinken. Es gibt diejenigen, die in die Hände spucken, die Ärmel aufkrempeln und versuchen, sich gegen den unaufhaltsamen Verfall zu stemmen wie Sisyphos gegen den Felsen. Und es gibt die Apokalyptiker. Sie sind voller Gier nach dem Leben, reiten auf der Welle des Untergangs, scheren sich nicht um das Morgen. Sie kosten jede Emotion aus: Schmerz und Trauer ebenso wie Lust, Drogenrausch und den Reiz der Gefahr. Stets reiten sie hart am Abgrund; ein bis zur Neige ausgekostetes, kurzes Leben und ein glorioser, früher Tod sind ihre Ideale. Wer ihren Weg kreuzt, wird von ihrem Lebenshunger verbrannt. Unstet wie Zugvögel sind sie stets auf der Wanderschaft, bereit, der Verfolgung auszuweichen. Sie zehren von der Arbeit anderer: stehlen, betrügen und verkaufen Burn, die Primer-Droge. Sie verführen gestandene Sippenväter mit Huren, Destillat und Glücksspiel. Dann sind sie fort, lassen leere Taschen und gebrochene Herzen zurück. Immer im Fluss, immer im Aufbruch: wer kurz stehenbleibt, um zurückzuschauen, ist schon verloren. Dennoch sind sie für viele der Lichtblick, der eine traurige Existenz erst erträglich macht. Ihr eigenes Leben ist geprägt von der Hackordnung: die Gruppe balgt sich, jeder versucht mit Mutproben und immer gewagteren Streichen zu beeindrucken. Mal steht man ganz oben in der Nahrungskette, mal läuft einem der Underdog von gestern den Rang ab. Man sieht es gelassen und versucht es morgen wieder. Der einzige Blick in die Zukunft, den sich die Apokalyptiker erlauben, ist über das Tarot. Die mystischen Karten werden von den Raben gelegt, den Deutern und Anführern. Der Einfluss des Raben beruht ebenso auf dem Aberglauben seiner Schar wie auf seiner schnellen Klinge und seiner Verschlagenheit. |
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| Erscheinungsbild Anlehnung: Fetisch Apokalyptiker sind stolz auf ihren Körper und stellen ihn zur Schau. Knallenge Kleidung, schlüpfriges Leder, Korsetts, Schnallen, Ringe, Piercings und Halsbänder zeigen ihre Vorliebe für das Körperliche und Triebhafte. Selbst ihre Kämpfer, die Möwen und Raubkrähen, bewegen sich lasziv. Ihre Kleidung zeigt durch gezielte Aussparungen Haut, die oft noch mit Tätowierungen verziert ist, um die eigenen körperlichen Vorzüge gut zur Geltung zu bringen. Anlehnung: Harem Bunte Tücher, Schleier, weich fallende, gemusterte Stoffe die Haremsoptik mit ihrer erotischen Komponente bietet sich insbesondere für die Elstern an, die Huren und Diebe der Schar. Tüll wird es in der Endzeit kaum mehr geben, aber sehr dünne Baumwollstoffe oder Musselin lassen sich hier gut verarbeiten. Wiewohl die Apokalyptiker farbiger sein können als der durchschnittliche Endzeit-Bewohner, ist es besser, Farbe sparsam, als Highlight, einzusetzen. Um die "saubere" Wirkung der Farben auszugleichen, sollten farbige Stoffe zudem ausgebleicht und verschmutzt werden. Klimperkram aus Metall an Hüfte, Hals und Armen, vielleicht auch ein Fußkettchen betont mit Klingeln und Blitzen die Bewegung. Alte Münzen und Ketten, wie z.B. Tribalschmuck aus Afghanistan, sind hier besser als die modernen ägyptischen Bauchtanzaccessoires, denen man ihre industrielle Fertigung zu sehr ansieht. Anlehnung: New Age Die Spiritualität ist den Zugvögeln ständiger Begleiter. Mystizismus und Aberglaube bestimmen ihre Weltsicht und ihr Handeln. Astrologische Symbole, Amulette aus gefundenen Steinen, Krallen oder Münzen können diese spirituelle Komponente ihres Lebens bildlich darstellen. Insbesondere das Tarot spielt eine große Rolle im Glauben der Zugvögel; wer sich einer besonderen Karte zugehörig fühlt, trägt sie möglicherweise bei sich oder malt sie auf seine Kleidung auf, um ihren Einfluss ständig zu spüren. Kult-Elemente Als Freidenker sind die Apokalyptiker nicht an einen Kleidungskodex gebunden. Wer ihnen vorschreiben will, was sie zu tragen haben, endet in der Regel schnell als Ornament am Motorrad. Immer wiederkehrende Elemente in ihrem Kult sind jedoch Federn als Schmuck: an Waffengriffen, im Haar oder an der Kleidung. Hochgerüstet sind sie nicht: ihre Waffen sind eher Messer und die berüchtigten Klingenarmreife als moderne Feuerwaffen. Die Albatrosse und Möwen, Apokalyptiker des Mittelmeers, werden entsprechend Belegnägel, Harpunen oder ähnliches führen. In den Illustrationen von Degenesis tragen Apokalyptiker meist einen engen, körperbetonten Bodysuit aus Leder oder weichem Stoff, der am Hals hochgeschlossen ist und die Figur gut zur Geltung bringt. Extensive Gesichtstätowierungen aus Streifen, Spiralen, Punkten und Dreiecken sind ebenfalls ein häufig wiederkehrendes Element. |
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| Spielhinweise Es gibt kein Morgen! Man mag einen brutalen Wiedertäufer-Orgiasten oder fanatischen Jehammedaner fürchten. Doch auch diese wilden Krieger fürchten den Schmerz. Der wahre Apokalyptiker hingegen heißt ihn willkommen. Was kann man jemandem antun, der keine Angst und keinen Schmerz kennt, nur immer neue Erfahrungen? Unberechenbar sind die Zugvögel für andere Menschen: mal vermeiden sie feige jeden Konflikt, mal kämpfen sie bis zum Tode um einen rostigen Nagel. Sie pfeifen auf gesellschaftliche Konvention, auf Konsequenzen, auf alles, was die "Normalen" an die Kette legt. Und so werden sie nicht selten für verrückt erklärt und hinter diesem Urteil steckt mehr als nur ein bisschen irrationale Angst. Vor dem Ungewissen. Vor dem, was man nicht einschätzen kann. Wer den Film "Fight Club" gesehen hat, kann sich ein Bild von der Mentalität der Apokalyptiker machen. Und von der Furcht, die sie bei ihren Mitmenschen auslösen. Eine Apokalyptiker-Spielfigur muss sowohl den Lebenshunger als auch die Furchtlosigkeit der Zugvögel ausspielen. Dies ist keine kleine rollenspielerische Herausforderung. Das Tarot Der Apokalyptiker gibt nichts auf das Morgen, Konsequenzen bedeuten ihnen nichts. Doch tief im Hinterkopf lauert die Furcht, die jeder Mensch vor der Zukunft hegt. Jeder hat einmal das Gefühl, hilflos dahinzutreiben, auch die Zugvögel. Auch wenn jeder von ihnen es vehement abstreiten wird. Hier kommt das Tarot ins Spiel. Der echte Zugvogel hält nichts von Planung oder Rücksichtnahme aber er scheut sich, den Ratschluss des Tarots auszuschlagen. Die abergläubische Furcht vor dem Morgen manifestiert sich in diesen Karten, die dem Apokalyptiker Sicherheit geben. Die Raben, die Anführer der Scharen, legen das Tarot und deuten den Fall der Karten. Und damit besitzen sie Macht über die Schar. Sie können ihre eigene Interpretation in die Weissagung einfließen lassen und so ihre Mitvögel in die richtige Richtung lenken. Sie sind Planer und Macher nur werden sie das niemals zugeben. Denn die Karten haben entschieden, nicht der Rabe. Selbstverständlich. Wer einen Raben spielen will, der sollte sich ein eigenes Tarot-Blatt anfertigen, mit dem er seine Schar lenken kann. Kenntnisse des "echten" Tarot helfen bei der Interpretation der Ergebnisse. |
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| Bewaffnung und Ausrüstung Zugvögel hängen an nichts ihr Herz. Sie reisen stets mit leichtem Gepäck. Ein Messer oder Klingenarmreif, ein Glücksbringer und die eigenen Fähigkeiten, mehr braucht man nicht wenn man sich sowieso frei bei den anderen bedient. Jedes Stück Ausrüstung behindert und schränkt die Freiheit des Apokalyptikers ein. Was man sonst noch braucht, organisiert man sich vor Ort: Geld, Waffen, Nahrung, Werkzeug. Und wirft es sofort wieder weg, sobald es seinen Zweck erfüllt hat. Das Geld zerrinnt den Zugvögeln unter den Händen, ebenso schnell, wie sie es sich verschaffen, denn was ist schon Geld? Nur das, was man sich dafür kaufen kann, ist wichtig. Sparen für Morgen? Welches Morgen? Munition? Ich wollte nur mal spüren, wie die Knarre sich so beim Feuerstoß anfühlt! Pack schlägt sich, Pack verträgt sich So wenig Apokalyptiker äußere Autoritäten anerkennen, so wenig beugen sie sich den anderen in ihrer Schar. Die Hackordnung ist immer im Fluss. Wer das meiste Prestige hat, die besten Ideen, die schnellste Klinge, dem eifert man nach: bis er für einen Augenblick schwächelt. Schon ist er vom Thron gestoßen, und der nächste Held nimmt seinen Platz ein. Man balgt sich: oft entscheidet eine Prügelei darüber, wer heute gerade recht hat. Der Verlierer lächelt gezwungen und versucht es morgen wieder. Es gibt eine Art Kodex unter Zugvögeln, eine Ehre unter Dieben, aber dabei handelt es sich "eher um Richtlinien", die man in den Wind schießt, wenn sich eine Gelegenheit zum Absahnen bietet. |
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| Rollen Ein Apokalyptiker mag sich selbst großspurige Titel geben. Doch letztlich entscheiden die anderen Mitglieder der Schar über sein Prestige und seinen Rang. Und wenn die finden, dass man sich zu sehr aufbläst, lassen sie einem die Luft schneller raus, als man "Piep" sagen kann. Deshalb sind gewagte Mutproben an der Tagesordnung. Jeder versucht ständig, die anderen mit neuen Streichen und Bravourstücken zu übertreffen, denn hieraus erwächst ihm Prestige und Respekt. Dem Richter den Hut klauen, die gesegnete Jungfrau der Jehammedaner verführen, sich mit dem größten und bulligsten Wiedertäufer anlegen, das sind die Maßstäbe, an denen ein Zugvogel gemessen wird. Wer immer wieder aufs Neue seine Schläue, seinen Wagemut und seine Kaltschnäuzigkeit unter Beweis stellt, der erhält von seinen Brüdern und Schwestern Ehrentitel: Finken das sind all diejenigen, die noch nicht durch tolldreiste Großtaten von sich haben reden machen. In der Schar assistieren sie den größeren Vögeln, machen Botengänge, kundschaften oder bekommen die lästigen Arbeiten aufgebrummt, die keine machen will. Jeder Fink träumt davon, aufzusteigen und ein Macher zu sein und ist jederzeit bereit, dafür seine Brüder und Schwestern in die Pfanne zu hauen. Der Rabe es gibt nur einen pro Schar, und der hat den amtierenden Raben herausgefordert und besiegt, um seine Stelle einzunehmen. Er legt die Karten, gibt sich mystisch und geheimnisvoll und er versteht es, seine Brüder zu manipulieren. Als solcher muss er gerissener als jeder Aasgeier, wandelbarer als jeder Kuckuck, überzeugungsfähiger als jede Elster und härter als jede Raubkrähe sein. Ansonsten ist er sehr schnell weg vom Fenster, und jemand anders legt ihm die Verbannungskarte. Raubkrähen das sind die Kämpfer und Räuber der Schar, die Schutzgelderpresser und Schläger. Sie setzen auf direkte Konfrontation, schüchtern ein oder erobern sich ihre Beute im Kampf. Ihren Rang ernten sie, indem sie sich mit Größeren anlegen. Aasgeier sie lassen andere für sich die Drecksarbeit machen. Sie hetzen ihre Opfer gegeneinander auf und sind dann zur Stelle, um die Beute abzugreifen. Sie folgen Schrottern ins Ödland, lassen sie im Dreck wühlen, schneiden ihnen dann eines Nachts die Kehle durch und nehmen ihnen die Artefakte ab. Sie provozieren Streit zwischen Menschen und sind dann der lachende Dritte. Niemand traut einem Aasgeier. Elstern sie sind die Beutelschneider und Diebe, die ihre Opfer umschmeicheln, mit der Rechten liebkosen und mit der Linken die Taschen leeren. Eine Elster versteht sich auf das Ausnehmen von Nestern und darauf, mit Unschuldsblick alles abzustreiten. Elstern sind lasziv und sinnenfroh sie genießen den Beckenkontakt, den ihre Arbeit manchmal mit sich bringt. Und so ist das Wort "Elster" für den Uneingeweihten auch zu einem Synonym für eine hochklassige Hure geworden. Die Zugvögel schweigen und grinsen. Was unterscheidet die Elster von einer bloßen Nutte? Zugegeben, die Elster schläft womöglich mit ihren Opfern. Wenn sie ihr gefallen. Selten nimmt sie dafür Geld, das ist Sache der Finken und der gekauften Mädchen. Wenn sie natürlich großzügige Geschenke aus ihren Gespielen herauskitzelt, nun ja, dann ist das nur das, was ihr zusteht. Und auf das Gefügigmachen, das Um-den-Finger-Wickeln, das Brechen von Herzen, darauf verstehen sich die Elstern. Wie niemand sonst. Spechte das sind die Pioniere der Schar. Sie bauen Nester dort, wohin auch immer die Schar zieht: Verstecke, Operationsbasen, Kaschemmen, Bordelle. Meist unter der Nase der Richter und anderen Sittenwächter das macht den Reiz der Gefahr aus. Sie kaufen Häuser, richten Hinterzimmer ein, schmieren Leute, schließen Deals, klären die Lage. Wann immer eine Schar in eine Stadt einrollt, kann man sicher sein, dass die Spechte im Geheimen bereits am Werk waren. Störche sie kaufen oder stehlen Kinder, um sie abzurichten: zum Burnsuchen in den Sporenfeldern, zum Stehlen oder als Prostituierte. Zudem sind Störche stets auf der Suche nach vielversprechenden neuen Mitgliedern. Sie sprechen Unzufriedene an. Stellen sie auf die Probe, ob sie den Ausbruch wagen: aus ihrem Elternhaus, ihrem erdrückenden Kult, der täglichen Plackerei den Schritt in die Freiheit der Apokalyptiker. Störche haben eine gute Menschenkenntnis. Sie können einschätzen, überreden, anspornen, verführen. Sie sind Experten darin, ihre Opfer in ausweglose Situationen zu manövrieren. Wenn es dann allein dasteht, zwischen allen Stühlen dann schlägt die Stunde des Storchs, ihm den Ausweg aufzuzeigen. In die Fänge der Schar. Kuckucke sind Meister der Verstellung und Täuschung. Mal spionieren sie mit Mantel und Hut die Richter aus, mal stehlen sie im Chronistenumhang Pläne aus dem Cluster. Am nächsten Tag geben sie sich schon als Abgesandte einer rivalisierenden Schar aus, um deren Geschäfte zu sabotieren, oder versetzen als Wiedertäufer getarnt das Taufwasser der Gemeinde mit Muse-Burn. Das ist ein gefährliches Geschäft, stets hart am Abgrund aber so liebt es ein Kuckuck. Eulen sie kommen nachts und im Verborgenen. Heimlichkeit ist ihr Geschäft. Eine Eule schleicht sich heimlich in die Häuser ihrer Opfer, um sie zu bestehlen oder zu ermorden. Still und leise. Der Albatross Auch auf den trüben Wassern des Mittelmeers gibt es Apokalyptiker: Piraten und Freibeuter, die mit ihren wendigen Katamaranen den neolibyschen Händlern das Leben schwer machen. Ein Albatross ist Anführer und Kapitän einer Schar auf dem Meer. Möwen das sind die Apokalyptiker des Meeres, stolze Seefahrer und Freibeuter. Ihre Fähigkeiten sind flexibel, aber meist verstehen sie sich auf das direkte Entern im Stil einer Raubkrähe. |
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| Namen Viele Apokalyptiker geben sich Namen, sie sich von schönen und edlen Dingen ableiten: Edelsteine wie Achat, Jaspis, Jade oder Opal, Stoffe wie Damast, Assiut oder Silk, oder Pflanzen wie Efeu, Lily oder Amaryllis. Andere gebrauchen weiterhin ihren Rufnamen wie Ezra, Tala, Danka, Jelena, Deirdre oder Dejan. Meist sind diese Namen kurz und einprägsam. |
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